Don Juan
Verführter Verführer
(Erwachsenenvorstellung)

Soloinszenierung mit Grischa Kästner-Kubsch



Was für eine Einladung? Don Juan bietet seine Dienste an. Zwei Stunden lang lockt der größte Liebhaber der Welt mit seinen Verführungskünsten. Der spanische Edelmann gibt seine Referenz:
Allerdings nahm die Handlung einen etwas anderen Verlauf. Doch ersteinmal knistert es: Nacht in Sevilla, blaues Licht tanzt über prachtvolle Bürgerhäuser, süße Melodien begleiten Schattenspiele - Don Juan beim heftigen Kopulieren. In einer Nacht beglückt er drei Damen und denkt schon an die vierte.Die Musik wird greller: Satan betritt die Bühne - ein schmierig-lüsterner Zuhältertyp im knallroten Jäckchen und reichlich Gel im Haar. Zynisch kommentiert er das scheinheilige Treiben im Städtchen. Satanisch und satirisch lässt er uns in den Abgrund des Daseins schauen. Da ist Don Juan doch immerhin ehrlich - er betreibt offen, was sonst nur hinter verschlossenen Türen passiert: "Ich will die Regel brechen, will es genießen. Doch meine Macht verrinnt, falls ein Weib widersteht." Nun, das soll sich finden: Die Kopuliererei hat ein Ende - Don Juan geht nicht wie ursprünglich zugrunde: Er erliegt der Liebe. Dieses Figuren-Theater ist eine Glanzrolle für den Puppenspieler Grigorij Kästner-Kubsch: Der Schauspieler ist der Satan, der seine Figuren in den Händen hält. Durch diese Wechselwirkung von Schauspieler und Figuren gelingt eine reizvolle Verfremdung. Die Puppe, als Sinnbild, drückt aus, was der lebendige Mensch nicht auszudrücken vermag: Nur sie kann mit einer solchen Allgemeingültigkeit den Menschen charakterisieren. Eine groteske Komödie für
alle Sinne.




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